Loco – Because Race Car

Ich habe schon immer mit dem Gedanken gespielt einen straßenzugelassenen Rennwagen zu fahren.
Eigentlich wollte ich einen für ein überschaubares Budget bauen. Am Ende artete es wie immer komplett aus.

Aber von Anfang an: als Basis fiel mir direkt der BMW e30 ein. Es war mein erstes Auto und sind wir mal ehrlich, die Möhren sind auch jetzt immer noch absolut top. Im e30-Forum gibt es viele Umbauten zu bestaunen. Heisst der Plan wäre: E30 2-Türer Limo, ein V8 oder ein Reihensechser aus dem Hause M-Power, eine dicke Bremse und eine Zelle rein. Am Ende wären sicher 30-50teuro reingeflossen und der TÜV wäre ein Spass geworden.
Danach setzte mir jemand den Floh ins Ohr mit dem Nissan 350z. Guter Wagen, toller Sound. Und schwer wie Blei. Sogar komplett gestrippt und zu einem kompletten Rennwagen umgebaut bekommt man sie nicht auf unter 1350kg.
Dann kam mir der Gedanke mit dem Porsche 944. Ich habe ja schon einen. Und danach mit einem 996. Die werden aber auch immer teuerer und die Teile, speziell wenn man den im Kiesbett versenkt, hätte ich mit Goldbarren zahlen müssen.
Bmw M3 e92 stand dann auf dem Plan. Ein V8 von BMW, Heckantrieb. Eigentlich eine gute Basis. Bei den Werkstattkosten heisst es aber M3 mal 3, ich erinnere an das Kiesbett. Und der Wagen ist voller neumodischer Elektronik.

Dann war ich bei der Corvette angelangt. Der einzige Wagen aus den USA der schon immer Kurven fahren konnte. Solide amerikanische Vorkriegstechnik, vom dicken Bob & und dem anderen Bob in Kentucky zusammengeschraubt. Ungleiche Spaltmaße und Plasteüberschuss sind standard, aber mal ehrlich, ich fahre Ducati.
Ich habe die Kosten für den Kauf und den Umbau einer C6 grob überschlagen, war aber immer noch nicht überzeugt. Der Wagen war der richtige, aber das Modell musste mir auch optisch voll gefallen.
Nach dem Durchforsten der Corvette-Foren stand die Entscheidung somit ziemlich schnell fest. Wieso einen Rennwagen aus einem Esel bauen, der trotzdem ein Esel bleibt, und nicht einfach direkt einen verkappten Rennwagen kaufen den man nur noch einwenig verbessern muss?

Loco
Loco Heck
Nach der Probefahrt stand es fest, „Loco“ hat mich überzeugt.
Ein Rennwagen muss Spass machen und mir Angst einjagen. Wir sind eine Woche davor das Skalpell 997 Carrera S probegefahren. Unglaubliche Fahrdynamik, liegt wie ein Brett. Aber der Wagen war so präzise und vorausberechnend, ich war danach einfach nur enttäuscht. Und ich mag Porsche. Loco war sehr laut, unkontrollierbar und schnell. Ich stieg mit Gänsehaut und einem grenzdebilen Lächeln aus dem Wagen.
Die Corvette C6 Z06 besteht aus Aluminium, Carbon und Magnesium und wiegt etwas über 1400 kg. Vorne steckt der grösste V8 „small block“ den GM je gebaut hat mit 7L Hubraum.
Mein Motor ist in Handarbeit von Chuck „Norris“ Witmer zusammengesetzt worden.
Trockensumpfschmierung und ein grosser Haufen Titan sind für 7000 U/min gut.
Vergleicht man die Rundenzeiten auf der Nordschleife oder dem Hockenheimring und zieht die Modelle mit Semislicks/Slicks ab, bleibt so gut wie keine Konkurrenz, fahrerisches Können vorausgesetzt.
Laut vielen rennstreckenerfahrenen Profis aus den Corvette-Foren muss an dem Wagen nicht viel geändert werden. Viele unbedachte Umbauten, wie z.B. am Fahrwerk verschlechtern sogar die Rundenzeiten, weil die Originalteile mehr als nur perfekt sind.
Zwei Sachen sind aber wohl Pflicht: Sitze mit Seitenhalt, die die original verbauten Sofas ersetzen. Und eine grössere Bremsanlage, wenn man schnell genug ist die originale warm zu fahren.
Stay tuned …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .